Kleine Linda

Linda wurde am 13.März 2014 in Göttingen (Uni) geboren. Schon in der Schwangerschaft stellte man bei Ihr einen Nierenstau fest, welcher stetig größer wurde. Trotz des Nierenstaus kam Linda spontan zur Welt. Nach eingehender Untersuchung wurde sie auf die Kinderklinik verlegt. 24 Stunden nach der Geburt wurde ihr in einer OP ein Nierenfiestelkatheter gelegt. Als es endlich nach Hause gehen sollte, blieb die Frage über der Pflege von Linda offen. Da weder mein Mann noch ich im Pflegebereich arbeiten, waren wir anfangs sehr unsicher, was die Pflege von Linda betraf. Es war noch nicht klar wie lange sie den Katheter behalten würde. Die Ärzte sprachen vorerst von ein paar Monaten. Uns wurde die Hilfe von KIMBU – häusliche Kinderkrankenpflege ans Herz gelegt.

Anfangs kam KIMBU täglich um uns bei der Pflege von Linda zu unterstützen. Sie halfen uns beim Pflasterwechsel, sowie bei der Katheterpflege – Systemwechsel. Nach 2 Wochen verschlechterte sich Lindas Zustand. Sie war nun 4 Wochen alt. Der Katheter war aus der Niere gerutscht und musste neu angelegt werden. Leider verlief der Eingriff erfolglos, sodass erst beim zweiten Versuch der Katheter wieder richtig lag. Es folgten weitere Krankenhausaufenthalte, sowie medizinische Kontrollen und Untersuchungen. Zu Hause wurden wir Woche um Woche sicherer in der Pflege, sodass KIMBU uns nur noch 2 – 3 Mal in der Woche besuchte. Da Linda Entzündungen und Keime bekam, auch der Katheterwechsel problematisch war, entschieden die Ärzte schnell zu operieren. Als sie 9 Wochen alt war, wurde der Katheter zurückgelegt und die Engstelle am linken Harnleiter geweitet. Bis dahin war es eine anstrengende und belastende Zeit für unsere Familie. Auch der große Bruder Kilian (2) machte sich Sorgen um seine kleine Schwester. Besonders während ihrer Abwesenheit im Krankenhaus vermisste er Linda und die Mama sehr.

KIMBU stand uns in den ersten Lebenswochen unsere Tochter hilfreich zur Seite. Der liebevolle Umgang und die medizinische Pflege, aber auch Gespräche und Tipps der Kinderkrankenschwestern, waren eine gute Stütze für uns. Das Wissen, dass die betroffene Niere nicht geschädigt wurde und beide Nieren gut funktionieren, lässt uns positiv in die Zukunft blicken. Linda ist jetzt soweit gesund. In den nächsten Jahren wird sie in der Poliklinik der Uni-Göttingen in Behandlung bleiben, um die Niere im Auge zu behalten.

Linda ist ein lebenslustiges Kind und verschenkt gerne ein Lächeln.

Ein großes Dankeschön an das KIMBU-Team. Macht weiter so!

Danke sagen René und Rita mit Kilian und Linda.

 

Nachtrag aus November 2018:

Linda entwickelte sich gut, die Ärzte waren zu frieden. Wir kamen jeden Monat zur Kontrolle. Doch mit 10 Monaten bekam Sie eine Nierenbeckenentzündung, was eine stationäre Aufnahme erforderlich machte. In den folgenden Wochen wurden verschiedene Untersuchungen stationär und ambulant vorgenommen. Die operierte Stelle am Harnleiter war leider wieder verengt. In einer OP wollte man dies korrigieren. Unter der OP entschieden sich die Ärzte für einen innenliegenden Doppel-J-Katheter, er sollte den Harnleiter weiten. Für die Dauer von einem halben Jahr war er Lindas versteckter Begleiter. Dieser wurde ca. alle 6-8 Wochen stationär unter Vollnarkose gewechselt. Die Abschlussuntersuchung ergab ein grenzwertiges Ergebnis. Erst sollte operiert werden, doch dann entschied das Ärzteteam zu warten. Unter Beobachtung und stetiger Kontrolle in der Uni-Klinik verstrichen so Monate bis ca. 1, 5 Jahre.  Alle 2 Monate fuhren wir zur Untersuchung in die Klinik. Der Nierenstau wurde nicht weniger, aber auch nicht mehr. Mit einem mulmigen Gefühl fuhren wir immer wieder nach Hause. Linda nahm mit wenigen Ausnahmen oft Antibiotika, da auch Entzündungen öfters zu behandeln waren. Wir ahnten, dass noch etwas kommen würde. Bei der 4. Nierenszintigraphie bekamen wir es schwarz auf weiß. Die linke Niere hatte angefangen abzubauen.  Das war ein Alarmzeichen. Um keine Zeit zu verlieren musste sich Linda kurz nach ihrem 3. Geburtstag wieder einer größeren OP unterziehen. Diesmal sollte alles besser werden. Die Ärzte legten danach wieder ein Katheter für ca. 2 Monate damit sich die frischoperierte Stelle nicht wieder verengte. Dieser wurde später stationär entfernt. Seither geht es Linda besser und sie hat keine Beschwerden. Es war ein langer Weg für sie und für uns, mit Höhen und Tiefen. Wir sind froh, dass Linda die vielen kleinen und großen Operationen gut überstanden hat. Wir sind dankbar dem Ärzteteam des Operativen Kinderzentrums der Uni-Klinik und den vielen Stationen, die wir durchlaufen haben. Wir haben viel geweint, gehofft und gebangt. Doch waren wir immer gut aufgehoben. Wenn wir jetzt zu den Untersuchungen fahren, freut sich Linda immer auf die Ärzte, welche sie schon von Geburt an begleiten. Danke für die Leistung.  Auch ein herzliches Dankschön nochmal an das KIMBU-Team, euch haben wir viel zu verdanken. Wir hoffen, dass ihr weiterhin für kranke Kinder da sein könnt.

Familie Simon